BEWERTEN
 

Feist

»Open Season«

Text: Lutz Happel, Lutz Happel

Kollaborieren mochte Leslie Feist schon immer gern. Neben ihrem Solodebüt “Let It Die” und der Mitarbeit bei Broken Social Scene bereicherte sie die Alben so einiger Kollegen (wie z. B. die letzte Kings Of Convenience) mit ihrer unverkennbaren Stimme. Bemerkenswert an dieser Stimme ist der schmale Grat, den sie beschreitet: sehr wohl exponiert, fast ausgesetzt, in vollstem Wissen um ihre Strahlkraft, aber niemals exaltiert oder prätentiös. Das Bemerkenswerte an der vorliegenden Remix/Kollaborations-Platte ist, dass sie all das berücksichtigt, und so funktioniert der Feist’sche Gesang in ausnahmslos allen – sehr unterschiedlichen – Musikkontexten dieser Platte.

Und die ist wirklich ein bunter Teller. So finden sich sowohl Altbekannte aus dem unmittelbaren Umfeld der gebürtigen Kanadierin als auch einige Überraschungen: Ob nun Gonzales “One Evening” zur Solo-Piano-Miniatur umfunktioniert, “Lonely Lonely” im Frisbee’d-Mix zu einer lässig dahingroovenden Sommerhymne mutiert, The Postal Service eine süße Pophymne um ein Feist/Gibbard-Gesangsduett herumzimmern oder zusammen mit Jane Birkin eine wunderschöne orchestrale Deepness erzeugt wird; ob es sommerlich swingt, in sich selbst verloren bluest oder leger groovt – im Remix kicken die Arrangements der Leslie Feist, um zahlreiche musikalische Gedanken aus Kanada, Berlin, Seattle und sonst woher bereichert, umso mehr.



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