BEWERTEN
 

Boris

»Pink«

Text: andreas schnell, andreas schnell

Wieder kommt es anders, wieder schlagen Japans Doom-Checker neue Saiten an. Und sie haben entdeckt, wie man Songs, also: Songs schreibt. Das war auf dem letzten Album ja noch nicht so ganz in der Reihe. Nun schwelgen sie im neckisch “Farewell” genannten Opener im weiten Feld zwischen Isis und Jane’s Addiction, stürmen mit dem Brachial-Charme eines Leviathan durch ihre Stücke und lassen nebenbei ein paar Handclaps (!) an eine Rockmusik erinnern, die hier so gründlich durchgenommen wird, dass sie Schwierigkeiten bekommen dürfte, sich selbst wieder zu erkennen. Und die englische Sprache nehmen sie gleich auch noch mit – wären die Texte nicht im Booklet abgedruckt, man würde meinen, sie wären auf Japanisch oder in irgendeiner anderen Phantasiesprache.

Einige Momente sind so zart, auf eine ganz andere Weise psychedelisch, wie es bei Boris bislang kaum zu hören war. Vor allem das Finale “Just Abandoned Myself” ist ein veritabler Hit, der gegen Ende an “Absolutegot”, das Debüt, erinnert – auf dem Boris im Sinne ihrer Seelenbrüder Sunn O))) droneten. Mit denen kommen Boris eventuell im Herbst nach Deutschland. Das wird ein in mehrerlei Hinsicht erschütterndes Erlebnis werden, so viel kann ich euch versprechen.



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