BEWERTEN
 

Matisyahu

»Live At Stubb’s«

Text: Ulrike Puth, Ulrike Puth

Das erste Album (von 2005) ging ziemlich unter. Über seine Live-Präsenz hat der rappende orthodoxe Jude Matthew Matisyahu nun aber doch so weit auf sich aufmerksam machen können, dass vor seinem bald erscheinenden Zweitwerk (“Youth”) die große Nachfrage diese Live-CD möglich machte. Die Faszination von Reggae- und Dancehall-Klängen, zu denen übers jiddische Leben und die dazugehörigen Gebräuche gerappt wird, wird dabei allerdings (und zwangsläufig) auch sehr aus der Skurrilitäten-Box genährt. Immerhin tritt Matthew mit Bart, Hut und Anzug auf.

Und der geneigte Hörer sucht fasziniert bis beflissen nach all den Unvereinbarkeiten, die zwischen Reggae-Lifestyle und orthodoxem Judentum in der Tat aufgebracht werden können. Doch Matthew sucht nicht die Brüche, sondern reist ganz selbstverständlich über die Brücken. Pop ist doch eigentlich auch gern mal Predigt, das gilt es für sich zu nutzen. Die Beats setzt der 27-Jährige dabei so up to date, dass man sich manchmal im Flow verliert und die ganze Sonderstatus-Huberei bewusst außen vor lässt. Nur um jene dann aber auch wieder zu schätzen, wenn er Sounds und Texte jenseits des kanonisierten Einerleis aufbringt.



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