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Epo-555

»Mafia«

Text: Lutz Happel, Lutz Happel

Epo-555 kommen aus Dänemark, und ihr zweiter Longplayer ist ein wirklich charmanter Bastard aus Indie-Rock, Elektronika, niedlichem Pop und Gitarrenkrach. Überall machen sich Referenzen bemerkbar: die Unterwasser-Melodieführungen von Slowdive, die treibenden Gitarren von My Bloody Valentine und die Melancholie von Arab Strap, die Weichheit von Belle & Sebastian und die Elektronik-Affinität des New Wave. Dänemark baut aus Versatzstücken sein ganz persönliches England zusammen. Dabei bewegen sich die Kopenhagener auf einem schmalen Grat zwischen Pop und Experiment, wobei das Gesangsduo aus Mikkel Max Hansen und Camilla Florentz für die nötige Eingängigkeit sorgt.

Bei der Produktionsweise orientierten sich Epo-555 an elektronischer Musik, d. h., im Studio wurde beim Editieren und Mischen noch einiges hin und her geschoben, was das Ganze spannender und relativ unvorhersehbar macht und daher trotz dieser vielen Referenzen niemals langweilig ist. Mal bestimmen wavige Synthesizer das Klangbild, mal steigt eine hallige Gitarre ganz hinunter in den tonalen Keller, dann wiederum zieht der Gesang, an dem Neil Halstead seine wahre Freude hätte, alles in seinen Bann. Nach dem vielversprechenden Debüt “Dexter Fox” und unendlichen Touren dürfte diese Band nun für einige Aufmerksamkeit sorgen.



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