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The Say Highs

»The Bark Is The Song Of The Dog«

[The Boy Group - Love Is A Freaquency / VÖ: 05.05.2006 ]

Text: Dirk Böhme, Dirk Böhme

Ist Heimat nicht dort, wo das Herz ist? “The Bark Is The Song Of The Dog”, das Debütalbum der Say Highs (die Berliner Rob Reliant, David McGinty, Till Kober und Ramin Bijan), ist geprägt von einer diffusen Sehnsucht nach einem anderen Ort und/oder einer vergangenen Zeit. Ihre sanften, harmonischen Country-Folk-Songs sind voll von diesen kleinen großen Momenten, die gleichzeitig glücklich und die Augen nass machen können: die Mandoline in “Leave Your Home”, die Handclaps in “Want It For Nothing” oder die Pause zwischen “I’ve Never Loved Another Girl” und “Like You” auf der Single “Telling You”.

Und die sich langsam von hinten ranschleichende Hammondorgel in “Away Games” durchflutet mich wärmer als ein Tee mit Rum, etwas, das einer artverwandten Band wie Lambchop in letzter Zeit nicht mehr gelungen ist.

Die musikalische Nähe zu den Byrds, den späten Beatles oder dem frühen Neil Young und die Tatsache, dass auf “The Bark Is The Song Of The Dog” vier gleichberechtigte Singer/Songwriter zu hören sind, machen The Say Highs auch zu Berlins Antwort auf die unterschätzten Meister Teenage Fanclub. Nach den Türen, den Cockbirds und Carsten Meyers Keil-Stouncil-Projekt beweist das Staatsakt-Label also ein weiteres Mal große Geschmackssicherheit.

Firmenboss Maurice Summen wiederum gab mit der Boy Group erst kürzlich auf der Pudelklubtour die Rampensau. Das erste Album des Hamburg/Berliner Trios (neben Summen wuseln die B-Boys Viktor Marek und Christian Harder an Knöpfchen und Mic) erweitert das Feld, das die Meteorites mit “Dub The Mighty Dragon” vor einigen Jahren eröffnet haben, um den futuristischen Funk/R’n’B der Neptunes, verbeugt sich aber zugleich vor großen Helden wie Parliament oder OutKast. Die whacken Rhymes, die ihre fremdsprachliche Herkunft nicht verleugnen wollen, steigern zwar den Freak-Faktor, doch mit rollenden Bässen in Kombination mit Break- und 4/4-Beats auf Tanzflächenfüllern wie “Freakalert” (von Egoexpress geremixt), “You Never Really Know” oder “Nike Monkey” beweist die Boy Group, dass Grime durchaus auch in Kaltland funktionieren kann.



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