BEWERTEN
 

Marble Valley

»Wild Yams«

Text: Christoph Büscher, Christoph Büscher

Der Promo-Aufkleber auf der CD lässt keinen Zweifel: Marble Valley sind die neue Band des Ex-Pavement-Drummers Steve West. Wem da als Mitt- bzw. Endzwanziger-Ex-Indierocker nicht die Hände feucht werden, sollte mal zum Arzt gehen. Klar aber auch, dass hier ohne Mastermind Steve Malkmus ein ganz anderer Wind weht. Marble Valley geben sich gleich beim Opener “Whiskey” als Verehrer von schweren, melodiösen Fuzz-Gitarren und brazzigen Bass-Synths zu erkennen. Und als Freunde klarer Worte: “There’s a little bottle on the bedroom floor / Full of the nightmares of the night before / Whiskey.” Wem das zu viel Realismus ist, der muss wohl auch bei “I Could Drink An Ocean” und Zeilen wie “You lied to me and I lied to you / This is simple and this is true / It’s all over now” besser weghören.

Großartig dagegen das schwer krautrockig-hippieske “Fag & Ah Light”, das wagemutig vor dem Einsatz von Sitar-Sounds und Flöten-Synthies nicht zurückschreckt. Ein stark verhallter, psychedelischer Chorgesang und Glöckchen-Klingeling auf “Sunshine Rayland” lassen schließlich die Vermutung zu, dass hier eine eins a Ufosekte am Werk ist. Ein etwas kruder Humor ist das schon. Aber wer den schon bei Pavement mochte, sollte noch einige nette Verschrobenheiten mehr finden können, die man eigentlich nur gern haben kann.



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