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Built To Spill

»You In Reverse«

Text: Felix Scharlau, Felix Scharlau
[9 Kommentare]

Rock ist dieser Tage überall, alles und jeder. Jede angesagte Rockband hat einen erfahrenen oder wenigstens virtuell herbeihalluzinierten Erfahrungsschatz an Erlebnissen, Erfolgen oder zumindest treffsicheren Stil-Referenzen. Ihre verheißungsvolle Zukunft, Gegenwart oder bloß eine passabel erfolgreiche Vergangenheit. Doug Martsch und seine Built To Spill haben 2006 auf dem Papier gefühlt irgendwie gar nichts mehr. Die Distinktion einiger großer Alben aus den ersten zwei Dritteln der letzten 13 Jahren wirkt gegen all die unbärtigen Hypes der Neo-Rock-Welle entwertet wie eine abgeschaffte Währung.

Built To Spill? Stimmt, da war doch was: Martsch galt vor Ewigkeiten mal als eine Art Entdecker von oder wenigstens Mäzen für Modest Mouse. Und in den 90ern war seine Neil-Young-verliebte Version von Indie-Rock state of the art und für einige Alben vor allem sehr gut. Okay. Aber jetzt? Jetzt muss er nach fünfjähriger Pause ohne großen Rückhalt oder gar prominente Veröffentlichungsrampe reüssieren, wo sein Platz in unseren Köpfen doch schon längst von anderen besetzt worden ist. Das geht – das wissen nicht nur Pragmatiker – allein über Songs. Und wie das geht. Mit diesen vermeintlich antagonistischen zehn Songs (sieben davon über fünf Minuten) hagelt es veritable Old-School-Indie-Hits von Built To Spill, bis auch Bezeichnungen wie eben “Old School” absolut blödsinnig und nichtig erscheinen. “Goin’ Against Your Mind”, “Conventional Wisdom” oder “Wherever You Go” sind nur mal drei davon. So viel Würde mit so vielen Sologitarren muss man heutzutage erst einmal aufbauen. Unterm Strich steht ein ähnlich überraschendes – ja, auf den ersten Blick überflüssig erscheinendes, aber schon bald selig machendes – Comeback wie das von The Wedding Present im letzten Jahr. Ein wirklich schönes Album. Wirklich.



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  • User: Schlüter Zwei
  • Schlüter Zwei 20.12.2006 | 13:42:43

    ist die platte eigentlich wirklich so toll? die davor war ja eher enttäuschend. ich bin aber schon heiß auf diese hier, hab nur immernoch nicht geschafft reinzuhören. soll aber bald endlich geschehen.

  • User: kirschstern
  • kirschstern 05.01.2007 | 20:42:58

    ich kannte zwar den Vorgänger nicht, aber ich finde sie super. Gefällt mir auch wieder meilenweit besser, als die doch recht uneingängige "Keep it like a secret". Für mich eine der Platten des Jahres mit einem der Top3 Songs des Jahres (Goin' against your mind) und der besten Textzeile des Jahres:

    "and I'm glad you're not like us
    and by us I mean everyone in the world
    who isn't you"

    (aus: Saturday)

  • Kopfgeburt 05.01.2007 | 21:01:06

    Tolles Album! Schön altmodischer Indierock mit Schiss auf irgendwelchen Zeitgeist. Toll! Bin in Frankfurt auf'm Konzert dabei!

  • Flrn 15.01.2007 | 09:28:16

    Kann ich nur bestätigen - mein Album des Jahres 2006. Freu mich schon riesig auf das Konzert im Mai!

  • Andrew Largeman 15.01.2007 | 15:38:24

    also bei mir hätte "you in reverse", obschon sehr schön, rührend und nostalgisch, keine chancen, in die top 10 2006 zu kommen. an die klassiker "perfect from now on" und "there's nothing wrong with love" kommt es nicht einmal ansatzweise heran. und an die highlights 2006 wie joanna newsom auch nicht. zum konzert gehe ich aber unbedingt, kaufe mir die tage ein ticket.

  • Flrn 15.01.2007 | 18:18:36

    Ich würd auch "Perfect from now on" und "There's nothing wrong with love" empfehlen - ersteres für die Rockepen, letzteres für die Hits. "Keep it like a secret" und "Ancient melodies of the future" find ich eher mittelprächtig.

    Und die Tourdaten:

    08.05. Hamburg
    14.05. Berlin
    15.05. Dresden
    16.05. Wien
    17.05. München
    18.05. Köln
    26.05. Schorndorf
    27.05. Frankfurt
    28.05. Winterthur
    29.05. Fribourg

  • User: kirschstern
  • kirschstern 19.01.2007 | 21:32:49

    Wie bei den meisten Bands sind die ersten 3 Alben (Ultimate Alternative Wavers, There is nothing wrong with love, Perfect from now on) genial, danach ließen sie nach. und eben erst jetzt wieder stark.

    wie ist eigentlich das Live Album?

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