BEWERTEN
 

Nebula

»Apollo«

Text: Martin Riemann, Martin Riemann

Mittlerweile dürfte es auch schon die Shampoo-Industrie bemerkt haben: Schmierige Haare sind wieder im Rennen. Und neue Jeans werden auch nur noch alle sieben Jahre gekauft. Wenn’s hoch kommt! Die passende Musik zur Antihygiene-Welle machen Bands wie Nebula. Betont unorigineller Bikerrock, der ziemlich streng nach Blue Cheer riecht. Das war übrigens positiv gemeint. Was wir auf “Apollo” finden, haben wir alle schon im Plattenschrank bzw. unsere Eltern (wenn wir Glück im Leben hatten): Wah-Wah-Gitarren, schmierige Psychedelic-Anleihen, rauer Gesang von jemandem, der darin garantiert nie Unterricht hatte, und kaum Songs, die die magische 3-Minuten-Grenze durchbrechen.

Dazu Titel wie “Loose Cannon”, “Ghost Ride” und “The Eagle Has Landed”; you get the picture. Dies alles konsequent in einem Sound abgemischt (von Howie Weinberg!), dass man glaubt, man hätte einen dicken Samtsack über den Kopf gestülpt bekommen. Eigentlich zukunftsweisend, denn ab einem gewissen Alter können einem die Höhen in der Musik ja ohnehin gestohlen bleiben. Vor allem, wenn man schon längere Zeit sein Portemonnaie mit einer Panzerkette am Gürtel befestigt trägt und einen dementsprechenden Lebensstil pflegt. Und wenn es nach Feierabend keine Schlägereien mit verfeindeten Banden gibt, kann man zum Trost ruhig mal das hier auflegen.



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