BEWERTEN
 

Danielson

»Ships«

Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink

Bisher habe ich mich mit Danielson, der Danielson Famile, Brother Danielson und den anderen, die noch mit dieser Posse verbandelt zu sein scheinen, eher schwer getan. Zu sehr dachte ich an Frank Zappa zu Zeiten rund um “Freak Out!”, und ebenso sehr dachte ich, dass die Nachricht, dass man Platten auch lustig machen kann, schon sehr lange im Postkasten der Popmusik liegen müsste. Ween waren für mich immer pointierter und beißender, und Polyphonic Spree gingen als übergeschnappter Breitwandentwurf dessen gut durch. Die Danielsons dagegen blieben stoisch einer Indie-Kontextualisierung verhaftet und zuckerten diese mit sich überschlagendem Gesang und einer Unmenge an relativ nutzlosen Instrumenten-Appearances.

Natürlich waren manche ihrer Zitate köstlich, und in der richtigen Stimmung konnte man sich, wie damals bei Zappa, über ihre Platten oberstufenkiffermäßig kaputtkichern. Zu oft waren ihre unzähligen Verweise und Versatzstücke aber eher nervig. Das ist nun bei Danielsons neuer Platte “Ships” nur bedingt anders geworden. Manchmal kommt man auf die Idee, dass er sich, unterstützt von seiner riesigen Familie, um ein wenig mehr Stringenz bemüht. Dann schlägt ein Kirchenchor wieder mitten ins Kontor. Insgesamt klingt “Ships” ein wenig mehr als früher nach oben erwähnten Polyphonic Spree, wenigstens mir kommt beim Albumtitel die Arche Noah in den Kopf, und im Kontext solch religiöser Motive gefällt mir die Platte gut. Dass aber nicht wieder Hördurchgänge kommen werden, bei denen ich die Platte entnervt vom Teller nehme, kann ich nicht beschwören.



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