BEWERTEN
 

Rekid

»Made In Menorca«

Text: Hendrik Kröz

Obacht vor der Zeitlupe. Rekid ist eins der vielen Pseudonyme von Matt Edwards, dem hyperproduktiven Houseproduzenten aus Brighton, bekannt auch als Radio Slave, Matt E., Quiet Village und Seadevils. “Lost Star”, die letztjährige Rekid-EP auf dem Classic-Label, hatte schon angedeutet, dass dieses Edwards-Alter-Ego im Gegensatz zu den anderen eher ruhiges Fahrwasser anpeilt, nun rollt ein Monsteralbum über uns hinweg. “Made In Menorca” verblüfft schon zu Beginn mit einem gnadenlos trägen BPM-Puls – 110 dürften es über den Daumen gepeilt sein –, der über das gesamte Album hinweg das Zepter schwingt, an manchen Stellen sogar noch weiter abgebremst wird, um Haaresbreite am Kollaps vorbei.

“Lost Star 6”, der Opener, stellt mit balearischer Percussion und hypnotischen Chords die Stimmungsparameter von “Made In Menorca” ein: Rekid deutet an, dass da irgendwo die Sonne scheint, cruist aber lieber durch nächtliche Gefilde. Eine Goldgrube für House-Connaisseure, denen Namen wie Theo Parrish, Moodyman und Motorbass heilig sind – in genau diese Gesellschaft begibt sich Rekid, wenn er Dub, Shuffle, beklemmende Atmos und Soul zum kollektiven Taumel versammelt. Edwards ist seit Beginn der 90er-Jahre am Mischer und ein Stück Housegeschichte, das hört man seiner geheimnisvoll-großartigen Musik einfach an. Und am Ende will man diesen ganzen Wahnsinn am liebsten gleich noch mal von vorne hören.



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