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Kaito

»Hundred Million Light Years«

Text: arno raffeiner

Wenn “Trance” ein solches Unwort ist, dann könnte man Kaito ja stattdessen einen Sticker mit dem Wort “Hypnosound” auf die Brust kleben. Am besten genau da, wo Hiroshi Watanabe, der japanische Produzent und Sonnenanbeter hinter Kaito, sein Herz hat. Mit seinem zweiten Album “Hundred Million Light Years” beweist Watanabe einmal mehr, wie schön majestätisches Gitarrenheulen mit Klaviertupfern und Plastikbeats aus der Standard-Technobox zusammengeht. Die Flächenharmonien wabern so einlullend, die Sonnenaufgangs-Fanfaren tröten so honigsüß, über allem glitzern Millionen von Freudentränen.

Falls man dazu schon nicht Trance sagen will, das Wort Kitsch muss so oder so fallen. Mit ihrer so unverblümt euphorisierenden Wirkung dürften Kaito-Releases eigentlich in keinem Plattenkoffer der DJ Tiëstos und Paul Van Dyks dieser Welt fehlen – und wer weiß das schon so genau, vermutlich tun sie das ja auch gar nicht. Eine Frage bleibt: Ist das nun die Musik eines Typen, der in einem immer währenden Zustand immensen Glücks lebt, oder ist es die bittersüße Sehnsuchtsmusik eines Unglücklichen? Vermutlich, ganz so wie in unseren Rauf-und-runter-Leben, einfach beides zugleich.



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