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Controller.Controller

»X-Amounts«

[Paper Bag / Cargo / VÖ: 10.03.2006 ]

Text: Tobias Mull, Tobias Mull

Manchmal hängt es ja an einer kleinen Sache. An einem verflixten Detail. Zugegeben, in diesem Falle einem ziemlich großen Detail. Aber der Reihe nach. Da packt man das Debüt von Controller.Controller in den Player - und die Gitarren explodieren gleich mal gut los. Schicht um Schicht werden zerhackte Melodielinien über diesen typischen Tanzhallen-Beat der letzten Zeit gelegt, wird eine scharfe Party im Block gefeiert. Alles toll. Keine Epiphanie, aber toll. Doch dann setzt Sängerin Nirmala Basnayake ein. Und die kickt so gar nicht. Eine halb coole, halb verrucht-sexy Alt-Stimme, die unangenehm an längst vergessene Alternativerock-Zeiten erinnert.

An alles, was an Rockmusik in den 90ern scheiße war. Dabei macht das Quintett aus Toronto bei seinem Debüt (nach der 2004er-EP \"History\") ansonsten wirklich alles richtig: Schlagzeuger Jeff Scheven trommelt verwinkelt gerade Beats mit metronomischer Genauigkeit, Bassist Ronnie Morris setzt seine melodischen Linien immer tanzbar, und die beiden Gitarristen Colwyn Llewellyn-Thomas and Scott Kaija spielen ihre Arena-Riffs wie mit Du-Du-Duracell befeuert. Songs hat's auch: \"Poison/Safe\" ist anklagende Euphorie mit tollem Durchdreh-Ende, und zu \"Heavy As A Heart\" lassen sich lustige Verrenkungen auf dem Tanzboden machen, wie sie zum Beispiel der Keyboarder von Maximo Park bei Konzerten eindrucksvoll auf die Bühne zaubert. Überhaupt Maximo Park. Natürlich klingen Controller.Controller irgendwie wie alles, was sich in letzter Zeit an der Verbindung von Disko und Rock versucht hat. Nur setzt das Quintett nicht so offensiv auf Melodien, ist nicht auf echte Pophits aus. Fordert statt fördert - aber immer in Bewegung und immer spannend. Nur die Stimme der Sängerin muss man halt mögen, um sie zu mögen.



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