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Calexico

»Garden Ruin«

[City Slang / Rough Trade / VÖ: 31.03.2006 ]

Text: Wolfgang A. Müller, Wolfgang A. Müller

\"Wir können auch anders\", klingt es aus fast allen Ritzen des neuen Albums der Arizona Boys. Dem mythischen Amerika haben Calexico lange nachgespürt. Nun stellen Joey Burns und Co. den herrschenden Zeitgeist als Ungeist aus, der den Garten verwelken ließ; der das Land zerreißt. Waren Calexicos frühere Alben Filme, ist dies zum Teil der Nachrichtenkanal. Dass man aber derart wunderschöne, unhämische Lieder über die Zerstörungskräfte von Kapitalismus und religiösem Extremismus schreiben kann, wundert zunächst. Nicht so sehr, dass die Themenwahl einen bemerkenswerten musikalischen Wechsel bewirkt hat. Weniger verknabbelt schlurfende Jazz- und World-Music-Anklänge oder ähnlich subtile Querverweise bestimmen das Bild.

Gleichwohl gewohnt nuanciert, schiebt sich hier ein förmlich Pop-verwandtes Songwriting mit ausgesprochen verlockenden Melodien in den Vordergrund, das krisp und geradlinig in Szene gesetzt wird. Auch die peitschenden Rocker \"Deep Down\" und \"All Systems Red\" streben der Harmonieseligkeit zu, nicht ohne jedoch ihre Reibungsfläche mit dem Gegenwärtigen aufzugeben. In solchen Zusammenhängen wirkt die düstere hispanische Nummer \"Roka (Danza De La Muerte)\" nicht wie ein Hallo aus der Geisterstadt nebenan, sondern wie ein Flugblatt am Grenzzaun zu Mexiko.



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