BEWERTEN
 

Manta Ray

»Torres De Electricidad«

[Acuarela / Rough Trade / VÖ: 02.06.2006 ]

Text: Martin Büsser, Martin Büsser

Spanien ist nicht gerade als das Land der großen Pop-Innovationen bekannt. Dort wird gerne immer noch solider Ska-Punk gepflegt, der zwar alle Kriterien der Antiglobalisierungs-Korrektheit erfüllt, musikalisch aber schwer den Staub der Jugendzentren aus den 1980ern mit sich schleppt. Weil aber Vorurteile wie dieses meist einfach nur auf die Bequemlichkeit derer zurückfallen, die sie pflegen, beweisen Manta Ray nun das Gegenteil: Spanisch hört sich gesungen nicht nur gut an, sondern es eignet sich sogar für richtig verknoteten Rock, der keineswegs irgendwo bei Exploited oder den Specials stehen geblieben ist. Das Schöne am Meta-Wave oder Post-Punk von Manta Ray ist, dass er ganz ohne Coolness auskommt und schon gar nicht den x-ten Aufguss von Gang Of Four aufbereitet.

Manta Ray haben eine eigene Formensprache gefunden, gestalten ihre Stücke episch ausufernd und nie catchy auf den schnellen Kick hin geschrieben. An Mogwai oder auch an diverse Constellation-Acts anknüpfend, lässt sich die Band viel Zeit beim Aufbau ihrer Stücke, die sich oft wie ein Gewitter zusammenbrauen, aber nur selten heftig entladen. Eine gewisse Ernsthaftigkeit und das Beharren auf Musik jenseits von Trends im Sinne von \"Antipop\" stehen zwar auch hier für das Flair von 1980er-Jugendzentren, retten aber nicht deren schlechteste Eigenschaft in die Gegenwart.



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