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Ascii.Disko

»Alias«

[Ladomat 2000 / Intergroove / VÖ: 07.04.2006 ]

Text: Sebastian Ingenhoff, Sebastian Ingenhoff

Auf die erste selbst betitelte Ascii.Disko-LP von 2003 konnten sich damals sowohl der Indie-Nerd als auch der Techno-Purist problemlos einigen. Druckvoll, energetisch und auch ohne die zu jener Zeit im Techno omnipräsenten Gitarren gehörig rockend. Das treibende \"Jack Your Body To The Beat\" oder der grandiose Robocop-Kraus-\"Fake Boys\"-Remix schafften den Sprung auf die Setliste so ziemlich jedes renommierten DJs. Drei Jahre hat sich der mittlerweile in Spanien lebende Daniel Holc Zeit gelassen für ein neues Album, welches nun endlich auf Ladomat 2000 erscheint. Die beiden EPs \"Bliss\" und \"Black Metal\" lieferten schon mal einen Vorgeschmack.

Letzterer ist ein halber Rocksong mit echtem Schlagzeug, einer vorgeschobenen Basswand und einer Hook, die frappierend an Bowies \"Rebel Rebel\" erinnert. \"Bliss\" bietet eben solche Gitarren, mit Hilfe derer vor drei Jahren schon leider zu viele Elektronikproduzenten versucht hatten, ihre Stücke aufzupäppeln und in Richtung Song zu bewegen. Ein Trend, von dem man eigentlich gedacht hatte, er wäre auf der Mülldeponie der Geschichte gelandet, dessen sich Ascii.Disko auf \"Alias\" aber immer wieder gern bedient und an dem auch schon T.Raumschmieres letzte Platte krankte. So sind die stärksten Momente dann auch die Stücke, bei denen er an seine frühen EPs anknüpft und die Bässe draufgängerisch pumpen und rumpeln, wie beispielsweise \"Dirty/Filthy\", der beste Track des Albums, wo sich Cowbells, monotoner Sprechgesang und ein Punch von einer Bassline zu einem massiven Ganzen zusammenfügen, das dem Format Song nur mehr den blanken Hintern entgegenstreckt. Ascii.Disko ist mehr denn je darauf bedacht, ein breites Spektrum abzustecken, mal will er Indierock machen, wie bei dem Titeltrack, wo der Gesang an die Reid-Brüder von Jesus & Mary Chain erinnert, mal Rave, wenn bei \"Last Dance Of The Mad\" sogar die Trillerpfeifen rausgeholt werden. Das überfordert die Hörer und leider auch ihn selbst. Dennoch lässt sich hier nicht wirklich von einem Scheitern sprechen. Man muss sich aus diesem sehr heterogenen Haufen von Musik halt nur die Rosinen rauspicken. Und die sind durchaus vorhanden.



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