BEWERTEN
 

Boy Omega

»The Black Tango«

[Riptide Recordings / VÖ: 17.03.2006 ]

Text: Lutz Happel, Lutz Happel

\"Dieses Album dreht sich thematisch um das Ende einer drei Jahre langen Beziehung\", sagt die Info. Schluck. Und weiter: Es ist \"seinem [gemeint ist der Musiker] Großvater und seinem Onkel gewidmet, die beide vor kurzer Zeit verstarben\". Damit ist schon im Vorfeld der Superlativ der vielen Gründe für Trauer, Verzweiflung oder was auch immer gesetzt, und das Wort \"Gefühlsgeschwurbel\" mag man nicht mehr in den Mund nehmen. Bei Arcade Fires \"Funeral\" war das ähnlich: Welche Faktoren bestimmen, ob man Musik ernst nimmt? Was ist der Unterschied zwischen dem \"Hurt\" von Johnny Cash und demjenigen Trent Reznors? Schwierig, schwierig. Jedenfalls hat Henrik Gustafsson a.k.a.

Boy Omega zwanzig Songs unter dem Titel des \"schwarzen Tangos\" zusammengestellt, die sich mit den wirklich großen Themen beschäftigen. Im Sound, besonders im Gesang sind, abgesehen von einigen wunderbaren kleinen Samplings und vereinzelten Beatspuren, Bright Eyes und Elliott Smith nicht allzu fern. Boy Omega ist Songwriting, bei dem unter zwanzig Titeln kein einziger Blindgänger dabei ist. Es fügt sich alles zu einem schön-schwermütigen Ganzen zusammen, das neugierig macht auf den schon jetzt für Anfang 2007 angekündigten dritten Longplayer auf City Slang. Menschen, Emotion, Hoffnung, Kaputtheit, Wirrnis, Dunkelheit, Würde, Verzweiflung, Schmerz, Nähe, Freundschaft, Licht, Schwäche, Trauer, Filmriss, Glück, Ende.



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