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»Orchestra Of The Bubbles«
[BPitch Control / VÖ: 14.04.2006 ]
Text:
Sebastian Ingenhoff,
Sebastian Ingenhoff
Dieses Jahr ist Ellen wieder früh dran. Getreu dem Motto \"jedes Jahr ein Album oder zumindest eine Mix-CD\" legt sie den Nachfolger zum letztjährigen Elektro-Highlight \"Thrills\" vor, ein sehr poppiges, mit vielen Vocals angereichertes Album. Einige darauf befindliche Stücke wie \"Brain Is Lost\" oder \"Down\" ließen sich ja durchaus Song nennen. Zusammen mit Shitkatapult-Gründer Apparat geht sie nun eine verheißungsvolle Kollaboration ein und im positiven Sinne einen Schritt zurück zu beider Wurzeln: Elektro und Techno. Um es vorwegzunehmen: Den beiden ist eine tolle Platte gelungen, die fast gänzlich auf Vocals verzichtet. \"Schön\", denkt man sich beim ersten Hören, \"ziemlich interessant\" beim zweiten, und nach dem dritten Hören klatscht man auf der Straße schon den Takt nach.
Die ersten vier, fünf Stücke erinnern stark an ihre letzten DJ-Sets, sind technoid und vor allem das, was man in MDMA-Kreisen so gerne \"deep\" nennt, ehe dann der Einfluss von Apparat evident wird. Das zweigeteilte Stück \"Floating Points\" bildet vielleicht den Übergang, bei dem Ellen eine Platte von ihrem Teller nimmt und Apparat eine drauflegt. Es fängt an als pluckerndes Minimal-Stück mit Tischtennisball-Effekten (kennt man ja schon von u. a. Computerjockeys oder Btrax), ehe sich schließlich eine schwungvolle Basslinie über die Bälle legt und diese gewissermaßen wegfegt. Dieser Kniff lässt sich durchaus als kafkaeskes Moment lesen. In dessen Geschichte \"Blumfeld, Ein Älterer Junggeselle\" wird ein Herr bekanntermaßen von zwei ständig auf- und abhüpfenden Bällen so sehr genervt, dass er beschließt, diesen auf raffinierte Weise den Garaus zu machen. Er sperrt sie einfach in einen Kleiderkasten, schenkt diesen einem dummen Jungen und ist fein raus aus der Sache. Man muss sich diese Apparat'sche Bassline mit etwas Fantasie wohl als eine Art Kleiderkasten denken. Es ist das offenkundige Wechselspiel zwischen Elektro und Techno, Harmonie und Disharmonie, das diese Platte so interessant macht. Der durchgebreakte metallene Rhythmus von \"Do Not Break\" wird beispielsweise konterkariert durch die eindringliche Rave-Orgel, die dieses Stück zu einem der kommenden Hits in den Clubs machen wird. In dieser Scheibe steckt viel drin. Besser: In diesem Kasten rappelt es gewaltig.
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