BEWERTEN
 

J. Mascis

»J & Friends Sing & Chant For Amma«

[Baked Goods / Cargo]

Text: Felix Scharlau, Felix Scharlau

\"In the past 30 years she has hugged more than 24 million people throughout the world.\" Solche Sätze müssen erst mal geschrieben werden - noch dazu in der Info zu einem neuen J.-Mascis-Album. Mit \"she\" ist die Inderin Sri Mata Amritanandanayi Devi (kurz: Amma) gemeint - geistliche Führerin und Humanismus-Ikone, die sich derzeit unter anderem für die Opfer von Katrina einsetzt, für die auch die Erlöse aus diesem Benefiz-Album bestimmt sind. J. Mascis arbeitete, so das Booklet, mit Musikern zusammen, die nur Vornamen besitzen und Instrumente wie Flöte oder Dholak (eine nordindische Trommel) spielen. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist zum einen wenig, zum anderen sehr überraschend.

Absehbar war, dass Mascis, auch wenn sich seine Songs hier einen ungewohnt direkten Folk-Hippie-Anstrich geben, nicht aus seiner Haut kann. Er bleibt eben unser Dinosaurier-J. Die abstrakte Nähe zu seinem bisherigen Werk speist sich auch daraus, dass er das anvisierte indische Kolorit, das hier mitschwingen soll, wohl aufgrund seiner westlichen Musik-Sozialisation nur auf klischeehafte Art unterbringen konnte. Sprich: Verse und Refrains werden zigfach wiederholt gesungen, wie überhaupt alle der (nur) sechs \"devotional songs\" äußerst repetitiv funktionieren. Manche Refrains sind so gefühlte 20 Mal zu hören. Aber noch mal: Das hier ist J., und zwar meiner Ansicht nach ein interessanterer J. als auf den \"& The Fog\"-Alben. Wie aus Furcht, genau diesen Eindruck nicht zu hinterlassen, holt J. am Schluss den Verzerrer aus seiner Sitar-Tasche - \"Heavy Metal Ai Giri Nandini\" nennt sich das dann. Touché.



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