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Action Action

»An Army Of Shapes Between Wars«

[Victory / Soulfood / VÖ: 26.01.2006 ]

Text: Dirk Neuhaus

"Und noch so eine großartige Neo-New-Wave-Band aus dem Kunststudenten-Milieu", möchte man den vier Amerikanern ins Gesicht gähnen, wenn die ersten Akkorde von "Smoke And Mirrors" ertönen: quietschige Synthesizer, affektierter Gesang, funky Rhythmus-Grundgerüst bei Gitarre und Bass. Was liegt näher, als die Band als neuen Bravery-Rip-off abzuheften? Doch Action Action können mehr, als auf den gerade gut fahrenden 80er-Gitarrenpop-Zug aufzuspringen. Ihr zweites Album "An Army Of Shapes ..." setzt sich gekonnt zwischen alle Genre-Stühle und überzeugt mit großer stilistischer Bandbreite und vielschichtigen Songs.

Gelegentlich (etwa bei "A Tornado, An Owl") versuchen sich Action Action an einer The-Smiths-Gesangslinie - nicht ohne Erfolg. "The Game" ist leicht angeprollter Power-Pop in der Tradition der frühen Oasis. Zwischendurch tauchen Keyboards wie bei The Cure und Gesangslinien wie bei Depeche Mode auf, und zum Ende werden die Gesten immer größer, das Pathos immer schwerer. Eine wilde Mischung, die aber funktioniert und richtig Spaß macht - gerade weil sie nicht auf maximale Gefälligkeit hingeschrieben und hinproduziert wurde. Wie hoch die Halbwertszeit dieses Albums ist, wird sich allerdings noch zeigen müssen.



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