BEWERTEN
 

Joao Orecchia

»Motherless Brooklyn«

[Blankrecords / Broken Silence / VÖ: 13.02.2006 ]

Text: Hendrik Kröz, Hendrik Kröz

Zwischen New York, Berlin und Johannesburg reist er herum, nicht zuletzt wegen der Musik. Heimatlosigkeit ist kein lustiger Zustand, aber man kann die schönsten Platten der Welt daraus machen: \"Motherless Brooklyn\" ist eine solche, sie ragt heraus aus den vielen Gitarrenfolkplatten dieser Tage. Joao Orecchia weilte letztes Jahr in Berlin, gab flankiert vom Blankrecords-Ensemble stimmungsvolle Konzerte, nun ist er wieder weg, das Fernweh trieb ihn nach Südafrika, wo Orecchia inzwischen die so genannte \"Berlin Bar\" eröffnet hat. Doch sein Album bleibt hier: wildromantisch, mit vielen mehr oder weniger angeschepperten Akkorden, der Mundharmonika, Rückwärtsschleifen und allem, was sonst noch zu einem epischen Reisealbum dazugehört - bisschen Holz in den Kamin und ab die Post.

Mit Kings Of Convenience wird Joao Orecchia verglichen, aber das trifft den Punkt nur entfernt, denn hier wird meist geschwiegen, während die sehnsuchtsvollen Töne den Raum betreten, unprätentiös und direkt, wie so oft bei Veröffentlichungen von Blankrecords, Sicker Mans Elektroakustik-Label. \"Motherless Brooklyn\", das mit Beteiligung von u. a. Vanishing Breed, Sicker Man und Sculpture eingespielt wurde, verbreitet Weltschmerz, lockert ihn aber gleichzeitig auf durch offene, in silbrige Weiten deutende Gitarrengriffe. Hier und da kommt verhuschtes Schlagwerk zum Einsatz, der Großteil wird aber vom Picking getaktet: mobile Kammermusik mit schön viel Feedback.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
Anzeige
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]