BEWERTEN
 

The Rogers Sisters

»The Invisible Deck«

[Too Pure / Indigo / VÖ: 24.03.2006 ]

Text: Barbara Streidl, Barbara Streidl

Das ist eine nette Rockband, in der mal ein Mann, mal eine Frau singt. Halt! Bei den Rogers Sisters spielt gar kein Kerl mit, sondern die eine Schwester singt wie Prinzessin Vespa in Mel Brooks Film \"Space Balls\", nämlich Bass, wie der strahlende Lone Star herausfindet, als er die Lady in einem intimen Moment beobachtet. Im Film ist das natürlich ein blöder Gag; auf dem Album \"The Invisible Deck\" klingt es ernst gemeint, und doch fühlt man sich beim Zuhören wie der föhnfrisierte Held, der eine Frau beim tiefen Singen ertappt. Jennifer und Laura Rogers sind in Detroit aufgewachsen, doch einen Einfluss von der Hitfabrik Motown hört man ebenso wenig wie einen Rap von Eminem.

Weil ihnen Motor City irgendwann auch nicht mehr als die richtige Kulisse für ihre Musik erschien, zogen die beiden nach New York und fanden dort die Schlagzeugerin Miyuki Furtado. Mit ihrer ersten Platte erfinden die Rogers das Rocking-Radl nicht neu, fahren es aber hier und dort freihändig und überholen dabei fast die B-52's, die 5,6,7,8s und ein paar kalifornische Surfgitarreros. Übrigens ist ein \"invisible deck\" ein Kartentrick für Zauberer, die am Anfang ihrer Karriere stehen, so wie die Rogers Sisters, die den Zuhörer mit dem Frauenstimme-klingt-nach-Mann-Twist ja auch erst mal austricksen.



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