BEWERTEN
 

The Make Up

»Untouchable Sound«

[Sea Note / Drag City / VÖ: 10.02.2006 ]

Text: Martin Riemann, Martin Riemann

The Make Up aus Washington DC nannten ihre Musik \"Gospel Yeh Yeh\". Warum? \"Untouchable Sound\" gibt Auskunft über diese Frage. Dieser im Jahre 2000 aufgenommene Live-Gig präsentiert die 5-köpfige Combo in voller Fahrt und hat wirklich etwas von einer heiligen Messe. Dafür ist nicht nur die unwiderstehliche Prediger-Attitude des Frontmanns Ian Svenonius verantwortlich, der die Band und das Publikum gnadenlos in eine Voodoo'eske Ekstase zu reißen versteht. Bewaffnet mit einer sinistren Orgel, Michelle Maes gewohnt obszön pumpendem Bass und einem Gitarrensound, der dem seligen Reverend Louis Overstreet alle Ehre machen würde, peitschen die durchgestylten Anti-Imperialisten so begnadet durch, dass man von Heulkrämpfen geschüttelt vor den Boxen sitzt, weil man bei diesem spirituellen Ereignis nicht dabei war.

Die normalerweise sicher angebrachte Frage, wie sinnvoll der Erwerb von Live-Alben eigentlich ist, kann im Falle dieser legendären Aufnahme vom Schirm verschwinden, waren doch selbst die Studioaufnahmen von The Make Up immer von einem direkten In-your-face-Sound geprägt, der den rockenden Soul der Band stets auch nach Garage klingen ließ. Das war nicht nur eine Geschmacksfrage, sondern hatte durchaus eine politische Ebene, die sich gegen hochentwickelte Produktionstechniken richtete. Insofern ist das vorliegende Album vielleicht sogar ein bisschen zu hervorragend abgemischt, aber da drücken wir gerne beide Augen zu.



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