BEWERTEN
 

Loose Fur

»Born Again In The USA«

[Drag City / Rough Trade / VÖ: 10.03.2006 ]

Text: Martin Büsser, Martin Büsser

Ihr Debüt von 2003 war überwältigend. Überwältigend deshalb, weil ihm so gar nichts von der Starbesetzung anhaftete, die das Line-up Glenn Kotche, Jeff Tweedy von Wilco und Jim O'Rourke erwarten ließ. Das war einfach nur entspannter und zugleich gut durchdachter Country-Pop. Und mal abgesehen vom rockigen Auftakter \"Hey Chicken\", der das Lenkrad ganz schön in Richtung Middle of the Road umgeschlagen hat, setzen Loose Fur diesen Ansatz nun ebenso unangestrengt fort. Bei Loose Fur kann O'Rourke ganz seinen Vorlieben für Countryfolk frönen, ohne avantgardistische Kniffe einbauen zu müssen. Kann Tweedy sich treiben lassen, ohne immer am konventionellen Songformat haften zu bleiben.

Und doch klingt \"Born Again In The USA\" weniger nach einer spontanen Session wie das Debüt, sondern lässt bereits eine konsistent zusammenarbeitende Band erkennen. Die räumt dem sonnigen Country-Folk der Frühsiebziger-Grateful-Dead ebenso viel Platz ein wie dem zitathaft verquirlten Spiel mit Americana-Standards. Dass dabei Musik zum Wohlfühlen entstanden ist, kann leicht die politischen Zwischentöne überhören lassen, die bereits im Albumtitel anklingen: Das Bekenntnis zum \"anderen Amerika\" im Sinne eines linken Patriotismus' ist offenkundig und in Deutschland natürlich schwer nachvollziehbar. Dass ein solches Bekenntnis allerdings hervorragende Musik entstehen lässt, liegt ganz einfach daran, dass Amerika eine Musiktradition hat, die solch positive Bezüge möglich macht.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 
  • THREADS ZU DIESEM ALBUM

  •  
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]