BEWERTEN
 

Jenny Lewis (And The Watson Twins)

»Rabbit Fur Coat«

[Sanctuary / Rough Trade / VÖ: 27.01.2006 ]

Text: Sascha Seiler, Sascha Seiler

Pause bei Rilo Kiley. Also dachte sich wohl Sängerin Jenny Lewis: Warum mache ich denn nicht ein feines Soloalbum, auf dem ich mich vom Rockstargestus der Jungs mal kurz verabschiede? Country und Folk sind ja eh ihre große Leidenschaft, und das merkt man dem ruhigen, nachdenklichen Solodebüt \"Rabbit Fur Coat\" recht bald an. Die großen Pop-Gesten, die einem gerade auf dem letzten, meisterhaften Album \"More Adventurous\" so sehr unter die Haut gingen, sind hier subtiler eingesetzt, eigentlich fast versteckt. Man kann nicht oft genug betonen, dass Jenny Lewis nicht nur eine tolle Sängerin, sondern vor allem eine ganz große Texterin ist. Kaum jemand schafft es, in einem kurzen Song solch einfache, berührende Geschichten zu erzählen.

So schließt sich der Kreis zum Storytelling-Folk der Appalachen wieder: wie die Mutter immer einen Hasenpelzmantel trug, wie man den ehemals Geliebten doch immer wieder anruft und - in der Single \"Rise Up With Fists!!!\", die so gar nicht das ist, wonach sie klingt - wie man den Gospel singt. Unterstützt wird sie neben den Watson Twins von illustren Freunden wie Ben Gibbard oder Conor Oberst, und die singen in einer komischen (weil so originalgetreuen), aber gelungenen Coverversion von \"Handle With Care\" der Altherren-Supergroup Travellin' Wilburies mit. Jenny ist hier übrigens Roy Orbison, und wen sollte sie mit dieser traurigen, melancholischen, göttlichen Stimme auch sonst personifizieren?



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