BEWERTEN
 

LD & The New Criticism

»Tragic Realism«

[Acuarela / Rough Trade / VÖ: 15.09.2007 ]

Text: Oliver Minck, Oliver Minck

Ein fieser Sack, dieser LD Beghtol. Die Songs, die er schreibt, sind mies und schäbig und dienen lediglich dazu, sich über andere lustig zu machen oder ihnen die Pest an den Hals zu wünschen. Und um seine böse Absicht zu unterstreichen, hat Beghtol im CD-Booklet die Texte mit kleinen Symbolen versehen, die kennzeichnen sollen, worum es in dem jeweiligen Song genau geht. Ein ® steht beispielsweise für Rache, ein v für Voyeurismus, ein ¶ für wahrscheinlichen Selbstmord und so weiter. Richtig übel nehmen kann man dem Schelm sein Ansinnen natürlich nicht, durch die musikalische Verpackung zieht sich der New Yorker nämlich geschickt aus der Affäre: Mit seiner Backingband The New Criticism spielt er gekonnt dilettantischen Country-Folk.

So richtig mit Akkordeon, Fiddle und Strohhut. Selbstverständlich immer schön eiernd und neben der Spur. Ein begnadeter Sänger ist LD schon mal gar nicht, was ihn natürlich nicht davon abhält, so zu tun, als sei er einer. Da wird der Schmalzbügel in den schiefsten Tönen gerollt und gecroont, bis der Arzt kommt. Beghtol ist übrigens ein guter Kumpel von Magnetic Fields’ Stephin Merritt und mutet jenem im Gesang eigentlich überhaupt sehr ähnlich an. Wen wundert’s?



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