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»Killer Machine«
[Kitty Yo]
Text:
Marc Lansley,
Marc Lansley
&
Diverse
Cuts & Pieces
(Kitty-Yo)
Viele Label haben sich vor zwei, drei Jahren ziemlich durcheinander bringen lassen vom nicht immer gut verdaulichen Crossover-Dauerfeuer der damaligen Dancefloors. Die runderneuerte Arriviertheit der Gitarre und ihrer soundästhetischen Charakteristika im Rahmen elektronischer Clubmusik hatte zwar nicht von der Hand zu weisende Vorteile, wie z. B. das Loseisen festgefahrener Dramaturgien und ein ordentliches Plus an Spaß auf beiden Seiten der Plattenteller, doch die Kehrseite der Medaille hörte auf einen Namen, bei dem einem heute noch das Feiergrinsen wegfriert: Electroclash.
Dieses tumbe Zwitterwesen war so genießbar wie ein Furunkel und benahm sich wie der schlimmste Thekenphilosoph: meist von nichts eine Ahnung, aber überall seine Finger drin. Wunderschöne Dinge wie Italo-Disco, Rockgitarren, House-Chords und vieles andere, was zum Glück wieder nebeneinander stehen darf, wurden in einen Topf geworfen und zu grauem Schleim verkocht. Distinktionsgewinn gleich null, das war die Bilanz am Ende eines langen Katers. Kitty-Yo, die ja sozusagen über einen langen Pass an die Elektronik gekommen sind, repräsentieren nun den aktuellen Status quo in Sachen Sprechgesang und Gitarrenelectro - und das Ergebnis ist, nun ja, durchwachsen. Die \"Cuts & Pieces\"-Compilation verlässt sich nicht von ungefähr auf gute Remixe meist mittelmäßiger Originale, wobei an erster Stelle die schön funkenden Bearbeitungen von Guitar oder M.I.A. zu nennen wären. Ganz toll rappeln auch Jahcoozi, doch damit sind die wirklichen Perlen schon genannt. Besonders schade an dieser Stelle erscheint das langsame Versanden eines einst so mitreißenden Live-Acts wie Codec & Flexor, die mit ihrem neuen Album einfach zu lange gewartet haben, als dass das hier stattfindende Kurzschließen von Techno und Rock mehr sein könnte als nur vorhersehbar. Zu lahm knödeln die Vocals über pappige Basslines und aufs Geratewohl vierviertelnde Geräusche. Die musikalische Erkundungsreise gerinnt zum kulturellen Preset, und wenn auch noch höfliche Cowbells klimpern oder der Beat sich zum 2Step verstolpert, dann ist beim Rezensenten leider eine Toleranzschwelle erreicht.
Schade, sehr schade. Noch dazu, wenn man an so einen tighten Hit wie \"Time Has Changed\" denkt, der wenig wollte und wirklich alles erreichte. Und im Rückblick auch erklärt, was seinen Schöpfern entgangen ist.
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