BEWERTEN
 

Sparks

»Hello Young Lovers«

[Cut Recordings / Rough Trade / VÖ: 20.02.2006 ]

Text: Felix Klopotek, Felix Klopotek

Die Sparks-Brüder Ron und Russel Mael haben genug Freunde und Förderer, die jede Äußerung von ihnen bedingungslos hinnehmen. Nun ist aber \"Hello Young Lovers\" ein Album, das man nicht einfach hinnehmen und fachkundig abnicken kann. Es überwältigt, presst einem die Luft aus dem Brustkorb. Die Sparks, sie haben sich neu erfunden: \"Hello Young Lovers\", ihr 20. Studioalbum seit 1971, knüpft an ihre britische Glamrock-Ära an, an den süß-saftigen Heavy Rock, wie ihn nicht zuletzt Queen perfektioniert haben (und denen wurde ja vorgeworfen, sie hätten sich für ihren grandiosen Mitt-70er-Sound bei den Sparks bedient).

Es ist rasch emporschießender Rock, schwelgerisch, orchestral und ausladend. So weit, so bekannt. Aber die Sparks klingen zu keinem Zeitpunkt retro, vielleicht, weil sie während der 18 Monate währenden Studioarbeit sehr konzentriert zur Tat schritten: Die Musik ist, wie gesagt, orchestral - Chöre duellieren, die Synthie-Bataillone marschieren, die E-Gitarren sägen und kreischen; aber die Musik ist nicht kitschig. Die Arrangements sind punktgenau, Russel Maels Gesang ist gefasst, die Songs sind geometrisch streng geformt. Auf \"Hello Young Lovers\" haben sich Sparks einen Begriff von Perfektion erarbeitet, dem nichts Muckerhaftes, nichts Schnöseliges anhaftet, der vielmehr eine Schlichtheit widerspiegelt, die Würde, Eleganz und Anmut mitten im überbordenden Irrsinn bewahrt.



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