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Oma Hans

»Die Abmeldung – 7-Inch«

[Schiffen / Indigo / VÖ: 18.08.1995 ]

Text: linus volkmann, linus volkmann

Das ist zwar nur eine Single. Aber dennoch brisant genug, es hier etwas exponierter zu erwähnen. Denn wie es der Titel schon androht, sind diese zwei Songs tatsächlich eine Abmeldung. Jens Rachut stampft ein weiteres Mal eine Band ein, auf die sich nach keiner Hand voll Platten alle einigen konnten. Auf seiner Liste stehen schon Dackelblut, Angeschissen, Blumen Am Arsch Der Hölle. Hat das Methode, oder ist das schon purer Sadismus? Ach, man weiß es natürlich besser, es stellt das immer wieder eindrucksvolle wie harsche Statement dar, dass Punk nicht als Ikonen-Retirement-Castle gedacht war. Nieder damit, wie sich alle in dem Segment Nischenkultur ihren kleinen Namen schaffen, um auf diesem schmalen Ruhm dann ökonomisch halbwegs durch die Nacht zu kommen.

Dabei müsste diese komplett utopiefreie Zeit doch gerade auf Punkbands positiv wirken. Nihilismus und Depression muss man nicht wirklich mühsam herbeihalluzinieren und anbellen. Aber es ist alles natürlich viel blöder. Am liebsten wäre allen wohl noch, dass die alte Metal-Regelung von \"nach drei Alben eine Live-Platte\" auch für die Subkultur gälte, damit die emsigen Ich-AGs noch öfter immer und immer wieder ihre zwei, drei halbguten Gedanken verkaufen können. Rachut macht erst mal keine neue Band auf, hört man. Vielleicht wieder Theater oder weitere Hörspielproduktionen wie die \"Cocka Hola Company\", und das offene Projekt Kommando Sonne-Nmilch ist doch auch noch im Argen. Mit \"Die Abmeldung\" gibt's in jedem Fall halt noch mal was zum Heulen. Auf der einen Seite ein sehr souveränes Punkstück, dessen Spannung daraus resultiert, dass Rachuts verzweifelt rausgebrüllte Sätze immer unmittelbar von einer kühlen Frauenstimme ins Englische simultanübersetzt werden. Die Nummer auf der anderen Seite ist freier; auf einen nervösen Bandteppich im Hintergrund erzählt Rachut eine kurze Geschichte über LKW-Fahrer mit Termingut und Einsamkeit. Irgendwie geht es auch um einen Unfall und Masturbation. Tolle Band, die, das muss man natürlich auch erwähnen, nicht nur Rachut war. Danke an alle.



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aus Intro #135 (Februar 2006)
 
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