BEWERTEN
 

Aardvarck

»Cult Copy«

[Rush Hour / Neuton / VÖ: 10.02.2006 ]

Text: Pascal Blum, Pascal Blum

Das Techno-Konzeptalbum des Amsterdamer Produzenten Aardvarck macht gleich mit den ersten sakralen Orgelklängen deutlich, dass es sich bei \"Cult Copy\" um einen Kniefall handelt, in diesem Fall vor dem Detroiter Sound alter Schule. \"Kult-Kopie\" ist wörtlich zu verstehen: Der Niederländer hat Oldskool-Techno im Ohr, Carl Craig mit seinem 69-Projekt zum Beispiel, also Geradliniges von Anfang der 90er. \"Cult Copy\" versammelt Aardvarcks bereits veröffentlichte Vinylmaxi-Trilogie mit gleichem Namen, wovon eine Platte auch schon einen Carl-Craig-Remix enthielt. Daneben wurde das Album mit neuem Material aufgestockt.

Die Beats kommen hell und metallisch daher, die Soundarchäologie klingt neben retrofuturistischen Anspielungen aber auch ungemein frisch. Die bekömmlichen Stringsounds, die fein eingesetzten Tempowechsel und das housige Flair machen aus \"Cult Copy\" ein spektakulär atemloses Technoalbum - der Tunnelblick auf die Gründermusik kippt allerdings auch mal ins Forcierte. En vogue scheint die Rückschau trotzdem zu sein: Carl Craig selbst hat unlängst auf demselben Label die Neubearbeitung seines zehn Jahre alten Detroit-Meilensteins \"Landcruising\" veröffentlicht. Die finale Version von \"Cult Copy\" wird mit einem zusätzlichen Vinylsampler ausgeliefert und enthält auch einen knapp halbstündigen Film der holländischen Künstlerin Michal Butink, die sich von der Musik inspirieren ließ. Der war jedoch leider nicht auf der Rezensionskopie enthalten.



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