BEWERTEN
 

Maximo Park

»Missing Songs«

[Warp / Rough Trade / VÖ: 25.11.2005 ]

Text: T.L. Renzsche, T.L. Renzsche

Es ist recht ungewöhnlich, gleich im Jahr Eins der Bandexistenz eine Sammlung der besten Single-B-Seiten und Livesongs zu veröffentlichen. Man könnte sagen, es zeugt nicht gerade vom großen Glauben des Labels (und vielleicht gar der Band) an das Kommende, an das Halten der Begeisterung beim Publikum. Es ist kein Statement für das Frische, das die Band verkörpert. Und bestenfalls ist es einfach ein nachvollziehbarer Mitnahmeeffekt angesichts eines Hypes. Und doch trägt das alles in sich: Die alte Sorge des Pops, die Angst vor der zweiten Season. Aber es zeugt natürlich genau so von einem im systemimmanenten Pessimismus, das so zu lesen. Man könnte eine derartige Compilation auch mit hellleuchtenden Augen begeistert in Empfang nehmen, als Statement für eine derart ungebremste, immer größer werdende Begeisterung für die Band.

Alles muss eben schnell verfügbar gemacht werden. Man steht in verknappten Zeiten in Konkurrenz zu hektischen Medien. Im Fall von Maximo Park wollen wir das genau so unterstellen. Denn das hier zu hörende, ruft bei den meisten anderen Newcomern dieses Jahres sicherlich Neid hervor, schließt es doch kongenial an das Album an und zeugt davon, warum die Band nicht nur in unserem Jahrespoll so hoch gehandelt wurde, sondern sich auch – gestützt durch einen unmenschlich intensiven Tourplan - quasi weltweit als feste Größe etablieren konnte. Als eine, die bei all den Flugmeilen noch immer Charme versprüht. Wer aus soviel gutem Material für sein Debütalbum wählen konnte wie Maximo Park, braucht sich keine Sorgen machen, dass das Ende des Laufs schon in Sicht wäre. Wobei das Material auch offenbart, welche Seitengassen die Band in Zukunft einschlagen kann. Auf dieser Sammlung hier fi nden sich weiterhin sehr emotionale Stücke, auch welche mit richtig Zug - und doch kippen einige der Stücke in eine so noch nicht von der Band gekannte Experimentierfreudigkeit. Mal äußert diese sich in einer stark skelet- tierten Struktur, mal im komplett verfremdeten Gesangsgestus. Neben den neun neuen Songs (für nicht Singlekäufer) und Coverversionen fi nden sich als Bonus noch die Original Demo- Versionen von „Apply Some Pressure», „Graffi - ti» und „Once, A Glimpse» auf der Kompilierung – die haben zwar eher dokumentarischen Charakter - stellen also keine Notwendigkeit, sondern Nerdtum da - aber, hey, irgendwas muss man auch mal überhören dürfen.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • Nächste Tour-Termine

  •  
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 
  • THREADS ZU DIESEM ALBUM

  •  
 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.