BEWERTEN
 

Bonnie ''Prince'' Billy

»Summer In The Southeast«

[Drag City / Rough Trade / VÖ: 04.11.2005 ]

Text: Martin Riemann, Martin Riemann

Da ist es also: ein Live-Album von Will Oldham, und jeder, der mit den vielen Veröffentlichungen dieses Mannes vertraut ist oder ihn gar selbst schon mal bei einem seiner Auftritte erleben durfte, weiß, was das heißt. Hier wird aus dem Vollen geschöpft. Das Material, das das Rückgrat dieser sehr intimen Session darstellt, ist so vielschichtig und reichhaltig, dass es Raum für eine unüberschaubare Zahl von Interpretationen bietet, und das macht diese Live-Platte im Gegensatz zu den meisten üblichen so interessant. Zunächst profitierte der Sound der vorhergehenden Studioalben von Bonnie “Prince” Billy bzw. den Palace Brothers ohnehin von einer sehr nahen und unverfälschten Qualität, sodass diese neuen Aufnahmen schon mal soundtechnisch kaum aus dem herausfallen, was man bisher gewohnt war bzw.

geliebt hat. Zusätzlich hat der Mann mit Matt Sweeney (mit dem er schon “Superwolf” aufgenommen hat), David Bird, Ryder McNair, Pink Nasty, Paul Oldham, Peter Townsend und Aram Smith eine Schar von Musikern um sich versammelt, die dem Material eine teilweise völlig unerwartete Richtung geben. Ja, es wird auch gerockt auf “Summer In The Southeast”, und zwar nicht auf Teufel komm raus, sondern sehr homogen und so, dass man dazu gar tanzen will. Es ist einfach eine Freude, die normalerweise spärlich instrumentierten alten Bekannten aus dem Oldham-Universum einmal so reich geschmückt und gleichzeitig so dreckig verzerrt erleben zu dürfen, während andere sogar noch düsterer und unheimlicher ausfallen als vorher. Wer “I See A Darkness”, “Master And Everyone” oder “Superwolf” mochte, braucht diese Platte. Dringend.



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