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Jah Wobble

»Mu«

[Trojan / Sanctuary / Rough Trade / VÖ: 07.10.2005 ]

Text: Martin Büsser, Martin Büsser

Er ist der Mann mit Hut. Stets korrekt gekleidet. So korrekt und bis ins kleinste Detail kontrolliert klingt seit Jahren auch seine Musik. Wobble, der neben Bill Laswell zu einem der gefragtesten Bassisten zählt, hat seit seiner Zeit bei PIL viele Wandlungen durchgemacht. Konstant geblieben ist nur seine Liebe für den perfekten, geradezu sterilen Sound. Der hatte sich bei PIL hervorragend als Ausdruck von Entfremdung, Nicht-Authentizität und Distanz mit John Lydons nölenden Litaneien ergänzt. Seit Wobble jedoch neben Dub und Jazz auch Weltmusik für sich entdeckt hat, ist der kühle Gestus zunehmend in einen Widerspruch zu jener Wärme geraten, die seine nunmehr esoterisch gewordene Musik doch ausdrücken will.

Wobble, der seine Musik inzwischen \"Zen-Dub\" nennt, integriert Weltmusik aus allen erdenklichen Flecken der Erde in einen fast schon penetrant klanggewaltigen Sound, der für Zwischentöne keinen Raum mehr lässt. Da blasen Flöten wie vom Andenquartett aus der Fußgängerzone herübergespült und lassen das, was originäre Weltmusik noch immer von unseren abgeschliffenen Hörgewohnheiten unterscheidet, zu Klischees gerinnen, die sich bestens für ein ebenso abgeschmacktes Drei-Stunden-Epos über irgendwelche letzte Kaiser oder buddhistische Heilsverkünder eignen würden.



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