BEWERTEN
 

Rihanna

»Music Of The Sun«

[Def Jam / Universal / VÖ: 05.09.2005 ]

Text: Sonja Eismann, Sonja Eismann

R'n'B, deine Märchen: Rihanna, auf Barbados geboren, erst 17 Jahre jung und selbstverständlich sehr schön, darf ganz zufällig für den Aguilera-Produzenten Evan Rogers vorsingen. Der ist begeistert und schleift sie zu Jay-Z nach New York, von dem sie innerhalb von nur zwölf Stunden gesignt wird. In diesem Zusammenhang fast verstörend, wie sehr der kindlich junge Nachwuchs-Star äußerlich und stimmlich an dessen Love-Interest Beyoncé erinnert. Aber getreu der explizit herausgestellten Karibik-Roots Rihannas gibt es hier keinen reinen Aufwasch bewährter US-R'n'B-Muster, sondern Dancehall-Einflüsse und Patois-Einsprengsel (Stückchen Pon De Replay, anyone?), ein Featuring von Elephant Man und ein Cover von \"You Don't Love Me (No, No, No)\" mit Vybz Kartel, das allerdings nichts von der gemarterten Liebesqual einer Dawn Penn ausspuckt, sondern musikalisch ordentlich, aber ganz schön sauber klingt.

Wie auch der Rest dieses Debüts, das Rihanna ganz nach oben in die extra ausgerufene \"neue Lady-League\" katapultieren soll, tadellos produziert ist, aber nicht eben im Innovationsregal stöbert. Alles potenzielle Hits, die hauptsächlich das - klar - beachtliche stimmliche Talent der jungen Sängerin showcasen sollen, wobei die Uptempo-Nummern wie \"Let Me\" oder die Single \"Pon De Replay\", die derzeit global aus jedem Kaufhauslautsprecher zwischen Tokio und Oberhausen brüllt, deutlich mehr kicken als die mitunter klebrig-biederen Balladen. Das Charts-Kalkül singt im Hintergrund genauso laut mit wie die Songs selbst, aber das kann man Musik, die genau das will, wohl kaum vorwerfen.



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