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Kelley Polar

»Love Songs Of The Hanging Gardens«

[Environ / MDM / VÖ: 25.11.2005 ]

Text: arno raffeiner, arno raffeiner

Kelley Polar scheint ziemlich genau erkannt zu haben, was auf Dauer der Knackpunkt bei seiner Definition von Neo-Disco hätte sein können. Der bis hierhin, bis zu seinem Debütalbum gültige Projektname Kelley Polar Quartet, der das Streicherquartett des Violaspielers und Produzenten aus NYC bezeichnete, wurde nun auf jeden Fall zugunsten des nackten Eigennamens fallen gelassen. Denn der ständige offensive Einsatz genau dieser Streicher verursachte schon auf der Reihe seiner EPs für Morgan Geists Label Environ gewisse Ermüdungserscheinungen. Das Quartett wurde also gekappt, die Strings sind natürlich noch da, aber dezenter platziert und sparsamer dosiert, die Produktion sieht sich mit ordentlich Electrofunk und 80er-Glamour aufgefrischt, der Falle des 70er-Disco-Klischee-Miefs wurde also noch mal ein Schnippchen geschlagen.

Was an \"Love Songs Of The Hanging Gardens\" vor allem überrascht, ist der häufige Einsatz von Polars Stimme. Fast jeder Song wird mit poetisch-rätselhaften Zeilen und überbordenden Chören zur Tanzflurhymne auftoupiert. Zum vollkommenen Neo-Disco-Paradies fehlt da nur noch die Glam- und Glitzerpersönlichkeit samt exzessiver Performance, die gemeinsam mit Kelley Polars wunderbarer Musik um die Wette strahlen könnte.



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