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Niccokick

»Awake From The Dead, My Dear Best Friend«

[Razzia / Soulfood / VÖ: 09.11.2005 ]

Text: Arnold Kant, Arnold Kant

Mit dem Schreien verhält es sich ja so: Es kann ungemein heilsam sein. Man denke an John Lennons kathartische Experimente auf \"Mother\" (Urschreitherapie nach Arthur Janov). Bei häufiger Anwendung jedoch, beispielsweise im Rahmen einer Konversation, nutzt sich die Wirkung schnell ab. Andreas Söderlund schreit sehr viel. Ich weiß nicht recht, warum. Könnte sein, dass er wütend ist. Könnte auch sein, dass er seiner Stimme nicht traut. Andreas Söderlund gründete Niccokick 2001. Ursprünglich sollte es eine reine Instrumentalband sein. Spuren davon finden sich noch auf \"Awake From The Dead ...\", etwa im ersten Track, einem wunderschön dahinmäandernden, sich langsam zu einer Flutwelle auftürmenden Fluss von Melodien.

Auf den weiteren Tracks singtschreit Söderlund, dass es eine Art hat. Leider, muss man sagen. Denn es gibt eine Vielzahl von tollen Stücken auf dem Album, den titelgebenden Song etwa oder die Single \"Run!Run!Run!\". Große Melodien können die schreiben! Hits wären das! Wenn der Sänger ein anderer wäre. Denn Söderlunds fragiler Tenor, der in seinen besten Momenten klingt wie ein Gemisch aus David Byrne und David Bowie auf unguten Drogen, passt so gar nicht zur Musik. Doc Monopoly rät: Gehen Sie direkt über Los, ziehen Sie 2000 Euro ein und investieren Sie in einen Gesangslehrer. Alternativ: Kontaktanzeige in einschlägigen Musikerpostillen.



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