BEWERTEN
 

Roll Deep

»In At The Deep End«

[Relentless / VÖ: 17.09.2007 ]

Text: Vina Yun, Vina Yun

Das ist Grime im Breitwandformat: 13 Mann stark ist die Roll-Deep-Crew (zwei DJs, drei Producer plus acht MCs), aus deren Mitte die Wunderknaben Wiley und „Boy In Da Corner“ Dizzee Rascal stammen. Schon hat man klaustrophob-düstere Basslines, flirrende Synths und halsbrecherisches Rhyme-Spitting im Grime-geschulten Ohr – doch siehe da, statt einer strengen Genre-Formel liefern Roll Deep mit ihrem heftig herbeigesehnten Debütalbum ein höchst eklektisches Pop-Album mit einem ordentlichen Batzen souliger Vocals und süßer Harmonien, das dermaßen mit Charts-Tauglichkeit schmeichelt, dass unter den Fans schon wieder Sell-out-Panik ausbricht.

Da wäre z. B. „The Avenue“, ein wahres Monster von Sommerhit auf den britischen Inseln, das auf dem 80er-Hit von The Maisonettes basiert. Oder „Shake A Leg“, das unter dem Motto „Cockney meets Salsa“ stehen dürfte und bei dem die Roll-Deep-Macho-Gang einen auf galante Jungs macht: „Dance with your grandma, I’ll be dancing with your auntie / You know what’d be handy? A little glass of brandy.“ Ein bisschen Bad Boy darf es dann aber doch sein, das rotzige „When I’m ‘Ere“ oder die geballte MC-Ladung in „Poltergeist“ entsprechen wohl schon eher den einschlägigen Erwartungen Richtung East London. Dennoch: Das hier ist mehr poppiger Sugar denn wüster Grime, also gönnt euch gefälligst den Zuckerguss!



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