BEWERTEN
 

Colourful Grey

»Songs For Solitary Soccer Stars«

[Lockjaw / Supermusic / Al!ve / VÖ: 21.10.2005 ]

Text: Ingo Rieser, Ingo Rieser

Das britische Posthardcore-Label Lockjaw hat ein Faible für deutsche Bands, neben Colourful Grey sind hier auch Fidget und A Case Of Grenada unter Vertrag – schon eine ungewöhnliche Häufung. Es lohnt sich also für einschlägige local heroes, schlecht bezahlt, mies gefüttert und ziemlich ungeduscht britische Pubs abzutouren. „Songs For Solitary Soccer Stars“ ist nach dem treffend betitelten „It’s So O.K.“ (Triple Eggs) bereits das zweite Album der Frankfurter Colourful Grey und ein deutlicher Schritt nach vorne, ohne irgendwas neu erfinden oder nur zu sehr ändern zu wollen. Es ist schon klassischer Emo-Rock, was da passiert.

Die Gefahr des Genres, statt Herzen zu erobern mit dauerndem Gitarren-unterstützten Gejammer auf die Nerven zu gehen, lassen CG langsam hinter sich. Schlimmer noch ist es, wenn man langweilt, und auch dagegen wird immer selbstbewusster angesteuert. Unverwechselbar macht das noch nicht, Colourful Grey ziehen sich aber mit einem mindestens soliden Album und einigen Highlights achtbar aus sämtlichen Affären. „The Spirit Of Green“ z. B. ist der schlau gewählte Opener und einer der Tracks, die besonders im Gedächtnis bleiben. Ein wenig Elliott klingt an, auch The Cure als genrefremder Einfluss. Das liegt vor allem an Sänger Philipp Lemhöfers, der Robert Smith’ Stimme und Phrasierung gut kennt und sich da gerne mal bedient. Aber das machen der Typ von Bloc Party, der von den Editors und Hunderte andere schließlich gerade auch mehr als gern.



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