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Susanne Brokesch

»Emerald Stars«

[Chicks On Speed / Indigo / VÖ: 23.09.2005 ]

Text: Barbara Schulz, Barbara Schulz

Schön bunt und verträumt, aber auch geheimnisvoll und düster sieht das Cover der neuen Platte der Wiener Wahl-New-Yorkerin Susanne Brokesch aus. Das Bild, das als Poster dem CD-Booklet beiliegt, stammt von der Künstlerin Paula Brooks, die in Queens Village, New York im Living Museum arbeitet, einem Künstlerhaus, das direkt an das Creedmoor Psychiatric Hospital angeschlossen ist, um Künstlern mit psychischen Krankheiten gleichzeitig als Atelier und Galerie zu dienen. Ebenso wie das Cover ist auch die Musik sehr eigen. „Emerald Stars“ sind Juwelen, Brokeschs Soundscapes und Liedgut klingen aber eher wie ungeschliffene Edelsteine, die man rauspulen muss, um ihre Schönheit zu entdecken.

Was sich wahrlich lohnt. Der Titeltrack „The Emerald Stars In The Sky“ ist eins der zugänglicheren Werke mit 80er-Drum-Beats und düsteren Klängen, die an Anne Clark erinnern. Ganz unerwartet mischen sich wärmere Sounds hinein wie ein jazziges Zischeln, später auch Tablas und ein Becken; zwischendurch scheinen die Klänge verrückt zu spielen, bis sie sich am Schluss wieder ordnen. Der zweite Titel mit dem praktikablen Namen „The Art Of Missing The Bus“ klingt wie ein indischer Morning-Raga im Ambient-Gewand. Das passt, denn Susanne Brokesch selbst nennt ihre Musik „New Age Jazz“, was hier definitiv positiv zu werten ist. Neben eigenen Kompositionen hat sie sich auf „Emerald Stars“ übrigens auch an elektronische Vertonungen von Werken des österreichischen Komponisten Hugo Wolf gemacht, von denen besonders „Stille Liebe“ und „Der Soldat“ betören. Weiterer Anspieltipp: ihre Interpretation des David-Bowie-Evergreens „Heroes“, den sie sich in der Version von Oasis vorgeknöpft und gnadenlos filetiert hat. So verstörend und sexy hat das Lied lange nicht geklungen, was nicht zuletzt an Brokeschs Gesang liegt, der erst roh daherkommt und später verzerrt zerpflückt wird. Spätestens hier ist klar, warum diese wirklich schöne und originäre Platte bei Chicks On Speed Records erscheint.



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