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Arab Strap

»The Last Romance«

[Chemikal Underground / Rough Trade / VÖ: 28.10.2005 ]

Text: Lutz Happel, Lutz Happel

1996 erschien das Debütalbum der beiden Schotten Aidan Moffat und Malcolm Middleton. Für mich war es eine eher finstere Zeit, und genauso war diese Platte: düster, klaustrophobisch und pessimistisch. Ich mochte sie gern. Ich konnte sie verstehen. Es ging dort hauptsächlich um Schmerz. Als es mir besser ging, verlor ich Arab Strap für lange Zeit aus den Augen. Doch die Entwicklung nahm ihren Lauf: „Philophobia“, das zweite Album, hatte einen größeren Auftrag: Es beschrieb Angst, Liebe und vor allem die Angst vor der Liebe als solche. Auf „Elephant Shoe“ und „The Red Thread“ (Album Nummer drei und vier) ging es dann zwar immer noch um Liebe, jedoch auf viel hoffnungsvollere Weise.

Plötzlich wurde im Plural gesprochen, es war Frühling, es bahnte sich emotionaler, vielleicht auch musikalischer Erfolg an. Dann kam die fünfte LP, „Monday At The Hug And Pint“, und die Melancholie legte sich abermals wie ein Mantel um unsere emotional verwirrten Jungmänner. Die Songs waren plötzlich wieder bestimmt durch Retrospektive und Melancholie. Das hieß auf musikalischer Ebene Dudelsackspieler im Regen, orchestrale Getragenheit und balladenhafte Streicherarrangements. Man bemerkte eine erstaunliche Affinität zu den Chemikal-Underground-Labelmates Mogwai. Nun ist „The Last Romance“ da und verheißt schon im Titel eine Zäsur. Allerdings ist dieses Album weniger ein Einschnitt als vielmehr eine Synthese aller früheren Outputs. Getragene Balladen („Confessions Of A Big Brother“ und „Come Round And Love Me“) reihen sich an flotte, durchaus tanzbare Indie-Hits („If There’s No Hope For Us“ und „Speed-Date“) im Stile der Archers Of Loaf oder St. Johnny, sodass man es hier wohl mit dem vielseitigsten Arab-Strap-Album zu tun hat. Doch trotz Vielseitigkeit und einer gewissen Abgeklärtheit ist die Liebe thematisch allgegenwärtig, es geht immer noch oft genug um die düsteren Seiten der Zwischenmenschlichkeit, neuerdings aber auf einem Fundament der Hoffnung. Vielleicht hat es etwas mit dem Älterwerden zu tun. Man merkt, dass nicht nur die Musik, sondern auch die Erfahrung heilsam wirken kann. Wenn das Leben ein Oszillosgraf ist, dann ist die Liebe eine Sinuskurve. Im Wissen um ihre Beschaffenheit lässt sie sich aushalten.



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