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30 Seconds To Mars

»A Beautiful Lie«

[Immortal / Virgin / Emi / VÖ: 15.02.2007 ]

Text: Marc Isenbügel, Marc Isenbügel

30 Seconds To Mars machen keinerlei Hehl daraus, dass man auf den ganz großen Stadionrock Marke Musikbiz L.A. steht. In der Bio der Herren wird Sänger und Gitarrist Jared Leto vollmundig als Hollywoodstar und Kopf der Band angepriesen, hat er doch schon in einigen Hollywood-Produktionen wie „Fight Club“, „Alexander“ oder „Panic Room“ mitgespielt. Auf jegliche Tiefstapelei oder gar Heuchelei von Punk-Szene-Kredibilität wird verzichtet, was sich auch durchaus in den Tracks des Albums widerspiegelt. Ideologische Nähe zu Hoobastank oder gar den Nine Inch Nails sind nicht zu leugnen, und so soll es anscheinend auch sein. Die Produktion ist erste Kajüte, der Gesang perfekt, und die partiellen Emoscreams sind im MTV-verträglichen Maße portioniert.

Titeltrack „A Beautiful Lie“ wird sicher so einigen noch in der Heavy-Rotation begegnen, und „Was It A Dream“ beschert uns die obligatorische Männer-können-doch-weinen-Ballade. „The Fantasy“ muss man wohlwollenderweise Dredg-Format und -Qualität bestätigen, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass an „A Beautfiul Lie“ alles perfekt ist. Eben zu perfekt. Wie bei einer großen Hollywood-Produktion à la „Titanic“: monströs, makellos, aber eben auch seelenlos. Und genau das ist das Problem mit 30 Seconds To Mars, denn hier wird sicher nicht das Rad neu erfunden oder gar künstlerische Freiheit praktiziert, sondern sich im Gemischtwarenladen des späten Alternative-Rock bedient, der zwar einlullt und manchmal blendet, aber größtenteils so was von trivial vor sich hin plätschert, dass es schmerzt. Am besten passt eigentlich die Szene aus „American Beauty“, in der Ricky Fitz der Cheerleader-Blondie sagt, dass sie gewöhnlich ist. Denn genau das ist auch „A Beautiful Lie“: perfekt, aber eben auch gewöhnlich.



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