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Martha Wainwright

»Martha Wainwright«

[V2 / Rough Trade / VÖ: 11.11.2005 ]

Text: Barbara Schulz, Barbara Schulz

Martha Wainwright? Bei dem Namen klingelt doch was. Ja, genau, sie ist die kleine Schwester von Glamourboy Rufus Wainwright, ihre Eltern sind Loudon W. III und Kate McGarrigle. Ist doch piepegal aber. Mit dieser musikalischen Familientradition behaftet, machte Martha es sich nicht leicht, tourte ewig durch miese Kaschemmen, war sich nicht zu schade, (nicht nur) für Bruder Rufus im Backgroundchor zu singen und in komischen Verkleidungen in seinen Videos rumzuhüpfen. Nebenbei suchte sie acht Jahre lang nach dem geeigneten Produzenten für ihre erste lange Platte. Ergebnis: Ihre Stimme ist großartig, keine Frage, ebenso ihre Art, in einer Minute so wie nebenbei zu singen, um in der nächsten bedrohlich auszubrechen: „Whoa, love, take my hand across the crowd / I have been digging underground.“ Man wünscht ihr sofort, dass sie da rauskommt, woraus auch immer, auf jeden Fall.

Was man ihr (und uns) aber beileibe nicht wünscht, ist diese Musik, die man zu ihrer Stimme ertragen muss, denn die ist so aalglatt, belanglos und gähn, dass man sofort die Stopptaste drücken will. Und dann doch weiterlauscht, weil die Stimme einen verzaubert. Und überrascht: „You bloody mother fucking asshole“, röhrt sie fast so wie die große Stevie Nicks. Das sei ein „scheinbar rebellischer Text“ analysiert die Info. Diese Platte kann man leider nicht empfehlen, den Besuch der nächsten Tour aber auf jeden Fall – denn als Frau Wainwright kürzlich nur mit Gitarre und Bassist unterwegs war, wirkte sie ähnlich charmant-chaotisch, wie es sonst nur eine Chan Marshall hinbekommt. Toll.



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