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Uncut

»Those Who Were Hung Hang Here«

[Paper Bag / Cargo / VÖ: 14.10.2005 ]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Mit diesem Album hat wohl kaum noch jemand gerechnet. Die Älteren unter Ihnen werden sich erinnern: Zu einer Zeit, als noch die Dinosaurier über die Erde streiften, gründeten zwei junge Männer namens Ian Worang und Jake Fairley im schönen Toronto eine Band mit dem Ziel, krachigen Atmo-Rock und Techno zu einem bouncenden Amalgam zu verschmelzen, das Dancefloor und Konzerthallen gleichermaßen in Flammen setzen sollte. Das beeindruckende Resultat wurde begierig aufgenommen und das Debütalbum entsprechend sehnsüchtig erwartet. Doch es geschah nichts. Fairley siedelte nach Deutschland über und machte sich in elektronischen Zirkeln einen Namen, während Worang in Toronto mit Hilfe einiger Mitstreiter versuchte, die Scherben der Band zusammenzukitten.

Das nun endlich vorliegende Resultat klingt ungleich rockiger und traditioneller als noch in den Anfängen. Unter deutlicher Reduktion von Gadgets und Beatbox, dabei aber immer noch Dance-Punk as fuck, schwelgen Uncut in groovig bollernden Basslines und straighten, treibenden evil Disco-Rhythmen, akzentuiert von mal fuzzig schrammelnden, dann wieder eckig klirrenden Gitarren und einem Gesang, der cooles Understatement atmet, ohne je gelangweilt-nölig oder farblos zu klingen. Das eher klassische Bandformat scheint dem funky-düsteren Rock-Entwurf der Kanadier sehr gut zu bekommen – die Songs sind zwar oft spröde, aber schlüssig, die Interpretationen furios und mitreißend. Doch bei aller Großartigkeit gibt es auch einige leicht unfertig wirkende Parts, die weniger an gelungene Updates von Joy Division und Television als vielmehr an Street-Phunk-Versionen verschollener Billy-Idol-Demos erinnern. Dennoch: ein feines Stück Musik, das gerade live hervorragend zünden dürfte.



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