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Tellaro

»Setback On The Right Track«

[2nd / Hausmusik]

Text: Rasmus Engler, Rasmus Engler

In drei Teufels Namen, diese Platte macht es den Hörern nicht leicht. Im Gegensatz zu jenen Bands, deren Werke zunächst allzu belanglos klingen und deren Güte und Vielschichtigkeit sich erst nach mehrmaliger und aufmerksamer Beschäftigung herausschälen, gilt es bei Tellaro, den Pop unter der hölzernen Schutzschicht der Verschrobenheit hervorzuzerren. Nicht dass die meist sehr klaren, zum Teil auf gezupften Gitarrenakkorden basierenden, zum Teil auf eher elektronischen Fundamenten stehenden Arrangements allzu bemüht klängen oder dass sich die eher rockigen Stücke bewusst dem herkömmlichen Songschema zu entziehen versuchten. Doch auch wenn man im Gesamtkontext deutlich heraushört, mit welcher Ruhe die vier Sizilianer an die Aufnahmen herangegangen sind, bleibt zunächst der Eindruck, dass „Setback On The Right Track“ zu sperrig ist für den Alltagsgebrauch.

Die seltsame Stimmung, die beispielsweise das zwischen verspielten Pianoakkorden und einem düsteren Shoegaze-Rockrefrain pendelnde Stück „Cyclop’s Helmet“ transportiert, verlangt ein gerüttelt Maß an Aufmerksamkeit, damit es vom schmalen Grat zwischen bedrohlicher und beruhigender Soundkulisse auf die richtige Seite fällt. „Me Not The Reason To“, ausschließlich von akustischer Gitarre und vereinzelten Pianotönen getragen, wirkt hingegen wie eine komplexe Songwriterballade alter Schule. Es ist dies eben keine Platte, um sie nebenbei zu hören, doch wenn man sich auf sie einlässt, wirken selbst die bewölkt einherdräuenden ersten Takte des Openers „1985“ wie regelrechte Schutzmaßnahmen gegen die feindliche Außenwelt, die von vollends unkitschigen Streichern und Francesco Cantones entspanntem, leicht angedüstertem Gesang zur Perfektion geführt werden. Die referenziellen Eckpunkte Tellaros liegen weit auseinander, sind jedoch völlig logisch und geradlinig zu verbinden – ein aufgeräumter Bill Callahan oder Papa M ebenso wie der mittlere David Bowie (als er noch Sänger bei The Fall war) oder Joan Of Arc (als sie noch eine Depeche-Mode-Coverband waren). Wie gesagt – keine einfache Platte, aber von beeindruckendem Tiefgang. Popmusik für Leute, die beim Kaffeekränzchen Freejazz hören und zu ihren Verabredungen mit potenziellen Liebespartnern eine Mixkassette mit ihren Lieblingsliedern von Mutter zusammenstellen. Oder dergleichen. Wirklich famos.



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