BEWERTEN
 

Smokehand

»The Last Train«

[Smoking Gun / VÖ: 04.10.2005 ]

Text: Ulf Imwiehe, Ulf Imwiehe

Hello Darkness, my old friend, schick hast du dich gemacht. Aber muss ja, muss ja. In der verrauchten Düster-Lounge der Waliser Band Smokehand herrscht schließlich Krawattenzwang. Man gibt sich geschmackvoll-distinguiert und eloquent, erzählt sich Anekdoten aus dem Reich der Finsternis, vulgo Leben, und die messerscharfen Schatten verwandeln selbst den harmlosesten Geek in einen verführerisch-gefährlichen Stummfilm-Predatoren. Zwischen somnambulen Brecht-Partikeln, Jazz Noir und grüblerischem Pop mit Verweisen auf Geistesverwandte wie Botanica, Firewater und Nick Cave positionieren sich Smokehand als kultivierte Kreaturen der Nacht, denen schnöder Exzess so fremd scheint wie die stumpfe Abfahrt.

Ihre Kraft finden sie stattdessen in dahingetupften Grooves und geschmeidigen Arrangements der Marke „Airline-Bord-Radio meets für den Hintergrund konzipierte Barmusik“. Eine Manifestation von Harmlosigkeit, die ganz hervorragend als akustisches Backdrop für Momente, in denen nichts wehtun soll, funktioniert, ansonsten jedoch leider nur wenig Charisma verbreitet und jenes unbestimmbare Element inhärenten Wahnsinns missen lässt, das nette von großartiger Musik unterscheidet.



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