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Andrew Pekler

»Strings + Feedback«

[Staubgold / Indigo / VÖ: 26.09.2005 ]

Text: Henrik Drüner, Henrik Drüner

Man mag kaum glauben, dass Andrew Pekler vor knapp zehn Jahren noch Garagenrock gemacht hat. In Heidelberg, mit der Band Mucus 2, als deren Gitarrist und Sänger Pekler erstmalig zum praktizierenden Musiker wurde, bevor sich mit den Projekten Bergheim 34, Sad Rockets und dem Umzug nach Berlin-Friedrichshain auch ein deutlicher stilistischer Wandel vollzog. Die beiden Solo-Vorgängeralben auf Scape deuteten die Entwicklung bereits an, die der 31-Jährige nun mit „Strings + Feedback“ noch weiter ins Extrem führt: Es ist eine vierzigminütige Nabelschau in das Innerste des Klangs, geprägt von Brüchen, Abwegen und diskontinuierlichen Bewegungen.

Zwar umreißt Pekler mit dem Titel eng die verwendete Instrumentierung und gleichzeitig die inspirierende Motivik, die aus den verfremdeten Morton-Feldman-Samples wächst, doch dahinter erstreckt sich ein weites sphärisches Feld. Der Soundfluss mäandert scheinbar orientierungslos durch die minimalistische Landschaft, erzeugt mit Hilfe der gemächlichen Dynamik ein bizarres Schieben, Wabern, Überlagern und Zermalmen. „Localite“ deutet so etwas wie eine rhythmische Struktur an, doch auch hier zerfasern die Rückkopplungen den direkten und schnellen Zugang. Wie bei vielen Kompositionen Neuer Musik oder dem Minimalismus eines Steve Reich oder John Cage benötigt der Hörer neben einem offenen Geist die Muße, sich darauf einzulassen. Denn dieses Haltlose und scheinbar Gehaltlose der Stücke wirkt zuerst befremdlich, birgt aber eine große Faszination. Andrew Pekler schuf mit „Strings + Feedback“ Kammermusik aus einer anderen Welt.



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