BEWERTEN
 

Norken

»Our Memories Of Winter«

[Combination / VÖ: 30.09.2005 ]

Text: arno raffeiner, arno raffeiner

Lee Anthony Norris ist ein kleiner Geheimniskrämer. Während rings um ihn die Minimal-Marktschreier mit aller möglichen Effekthascherei anpreisen, wie fett ihre Beats doch sind, versteckt sich der Engländer mit seinem Projekt Norken in dichten Klangwolken und macht sich interessant gerade dadurch, dass er so in sich ruhend und leise in deren Zentrum sitzt. Dafür muss man auch mindestens zweimal hinhören, um des Norken-Geheimnisses gewahr zu werden. So schüchtern rauschen und vibrieren die Tracks vor sich hin, dass man als Außenstehender regelrecht Angst bekommt, mit einem Tanzbeinschwung oder schon mit einem leisen Fußklopfen irgendwas an ihnen zu zerbrechen.

Auch die Stimmen von Marie-Louise Munck und Celine Lambert bleiben unerklärlich sanft, sind nur ein weiterer ätherischer Schleier über dem mit dichten Flächen abgedeckten Knuspergerüst. Erinnerung wirkt eben meist wie ein Nostalgiefilter, und so klingen „Our Memories Of Winter“ nicht nach Schneemassen, Wind und Kälte, sondern glitzern und zerfließen wie Softeis im Hochsommer. Am liebsten möchte man den Tracks dabei einfach zusehen, bis sie schließlich von der Sonne ganz weggeleckt sind.



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