BEWERTEN
 

Madcap

»Traumland«

[Art 4 Real]

Text: Uwe Buschmann, Uwe Buschmann

Jaja, die Zukunft will Bilder. Auch in der Musik. Dabei sind gerade hier die Bilder, die durch Lyrics vorm geistigen Auge entstehen können, längst von denen der Videoclips abgelöst worden. Gerade auch beim HipHop, obwohl doch hier einst die wort- und sprachgewaltigste Musik überhaupt an den Start gegangen ist. Dabei wäre es heute wichtiger als je zuvor, mal einfach an den aktuellen Rap-Videos der internationalen und einheimischen Rap-Acts vorbeizulatschen und sie mit keinem Blick zu würdigen. In solchen Zeiten kommt ein Album wie „Traumland“ von Madcap genau richtig. HipHop von Leuten, die sich jahrelang mit der HipHop-Kultur auseinander gesetzt haben und dabei nicht nur zu stereotypen US-Abziehbildern nicht vorhandener Ghetto-Realitäten mutiert sind.

Kritische, bewusste und emotionale Raps treffen auf dope und innovative Beats. Im vollen Bewusstsein, dass ein guter Rap-Text auch immer ein Stück Poetry ist, serviert uns Madcap zusammen mit seinen Kumpels Albino, B-Base, Kain, Uran, Disco Stu, MVK, 12 Finger Dan, SMC, Sima, Black-a-moor, Fabio, Triebtat, DJ Ill, Smarakt und Schall eine kritische Auseinandersetzung mit den Missständen in unserer Gesellschaft, die so weit von einem „Traumland“ entfernt ist wie die Färöer-Inseln vom Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 2006.



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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