BEWERTEN
 

Heiko Laux

»Spread«

[Kanzleramt / Neuton / VÖ: 04.10.2005 ]

Text: arno raffeiner, arno raffeiner

Das Format Best-of wird in Technozirkeln ja nicht gerade überstrapaziert. Das hat zum einen so profane Gründe wie z. B. die sehr geringe Dichte an wirklichen Superstars oder auch die relativ kurze Dauer der meisten ProduzentInnenkarrieren. Vielleicht liegt ein weiterer Grund aber auch darin, dass in diesem Feld immer wieder neue Sound-Moden alles umwerfen und die meisten Best-ofs daher einfach nur altbacken und völlig inhomogen klingen würden. Aber Heiko Laux ist anders. Er lässt mit „Spread“ zehn Jahre Techno Revue passieren und präsentiert in großer Schlüssigkeit seine persönlichen Highlights auf Kanzleramt sowie Tracks, die er bei Tresor, Missile oder dem New Yorker Label Synewave veröffentlicht hat.

Auch eine Techno-Best-of macht eben Sinn, wenn sich über das gesamte Werk ein Bogen spannen lässt und der Künstler immer noch in seinen Stücken, auch den älteren, ganz und gar zu Hause ist. Laux und mit ihm sein Label Kanzleramt sind ja nicht dafür bekannt, schnelllebigen Trends hinterherzulaufen. Von jeher wurde an einem klassischen Verständnis von Techno gearbeitet, das seine fixen Bezugspunkte – namentlich Detroit – stets beibehalten hat. Laux steht für treibenden Maschinen-Funk, geerdet in klaren, harten, bewährten Sounds. Von 1996 und „Dedicated To All Believers Pt. 1“ braucht die Tracklist gerade mal fünf Minuten, um ganz ohne Bruch und Umwege ins Jahr 2004 zu „For Girls And Boys“ zu gelangen. Und mittendrin ein Hit wie „Five“, der auch sechs Jahre nach Erscheinen nichts von seiner hypnotischen Qualität eingebüßt hat.



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