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John Wayne Shot Me

»The Purple Hearted Youth Club«

[62TV / Al!ve / VÖ: 13.06.2005 ]

Text: Henrik Drüner, Henrik Drüner

Ein Soundtrack wie aus dem WG-Wohnzimmer jung gebliebener Langzeitstudenten. Die trashige Mischung aus pixeliger Science-Fiction-Welt, Konsolen-Zauber und schrammeligem Gitarren-Folk macht John Wayne Shot Me beinahe konkurrenzlos. Und einzig, nicht artig. 1999 gründeten Thijs van den Broek (Gitarre, Gesang), Merijn van Pelt (Bass), Geert van Beers (Schlagzeug, Gesang) und Marieke (Keyboard, Gesang) im niederländischen Ammerzoden die Band, die in der Freizeit am liebsten in Spielhallen rumballert. Ein weiteres Faible des Quartetts sind Coversongs von Carter Family, Napalm Death, ELO und Destiny’s Child. Geht nicht? Bei JWSM anscheinend schon.

Auf dem zweiten Album nach dem 2001er-Debüt „Fortran Catapult“ gehen nur wenige Songs über zwei Minuten Spielzeit und verkörpern so auch nur Andeutungen wunderbarer Lo-Fi-Elektronik-Folk-Pop-Hits. Ist wohl Teil des Konzepts, aber oftmals bedauerlich. Der warme, mehrstimmige Gesang übertönt die leicht rumpelnde Rhythmusfraktion, begleitet von diversen Atarispiel-Synthies und ausrangierten Keyboards. „Speakers Of Microphones“ erzählt die Geschichte von einem Leben ohne die geliebten Küchengeräte, Videogames und Cartoons – ein unvorstellbarer Gedanke. Doch nicht alles auf „The Purple Hearted Youth Club“ widmet sich den Gaga-Mächtigen, ansonsten käme nicht das Songwriting von Jonathan Richman oder Daniel Johnson in den Sinn. Es sind die ruhigen, beinahe melancholischen Töne, die sich in Songs wie „The Tentacle Song“ (mit Banjo) oder „A Song About Fishing“ äußern. Man möchte mehr davon hören – dann aber jeweils in der „extended version“.



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