BEWERTEN
 

Jason Forrest

»Shamelessly Exciting«

[Sonig / Rough Trade / VÖ: 04.10.2005 ]

Text: Martin Büsser, Martin Büsser

Aua, das tut weh. Der fieseste Zahnpastahosen- und Föhnwellen-Rock kehrt hier in komprimierter Ladung zurück. Die schnellsten Gitarrensoli der Welt, die sattesten Orgelanschläge und die gepresstesten Vocals des Stadionrock sind von Jason Forrest in irrsinnige Cut-up-Collagen gebündelt worden. Alle Scheußlichkeiten der Rockgeschichte gibt es da im Schnelldurchlauf, von der überambitioniert gespielten Flamenco-Gitarre bis zum totproduzierten Bluesrock – und zwar so geschickt gemischt, dass die Nummern selbst nie zerfahren wirken, sondern selbst fast wie in sich geschlossene Songs funktionieren. Das unterscheidet Jason Forrests Herangehensweise von der eines John Oswald, dem Erfinder des „Plunderphonics“-Stils.

Oswalds Collagen spielen häufig mit einer Komplexität, die beim Hören absichtlich überfordern soll, Jason Forrest dagegen packt zwar ein Maximum an akustischer Information in seine Tracks, strebt dabei jedoch größtmögliche Homogenität an. Wenn „My 36 Favorite Punk Songs“ in zwei Minuten genau das bietet, was es verspricht, dann ist das Ergebnis deshalb so stimmig, weil sich die gesampelten Punksongs nun mal alle sehr ähnlich waren. Man könnte diese Methode dekonstruktivistisch oder kulturkritisch nennen, doch in erster Linie macht sie einfach nur sehr großen Spaß.



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